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Haspa-Marathon 2019

Haspa Marathon Hamburg 2019 Ein Bericht von Anika Weinberger

Bis zuletzt war ich noch optimistisch, dass es zum Marathon-Start aufhören würde zu regnen, aber die Sonne hat uns alle leider erst am Nachmittag für unser Durchhaltevermögen belohnt.

Da ich "nur" in einer Marathon-Staffel mit Freundinnen gelaufen bin, habe ich sowohl die Atmosphäre am Streckenrand, als auch als Läuferin genießen dürfen. 

In meiner Staffel bin ich spontan statt auf der 11,2-km-Strecke, auf der 15,6-km-Strecke eingesprungen und sehr happy über diesen Tausch, da ich den ersten Streckenabschnitt vom Start an den Messehallen, über die Reeperbahn nach Othmarschen und von dort zurück über die Elbchaussee, entlang des Fischmarkts und den Landungsbrücken zum ersten Staffelwechselpunkt am Jungfernstieg am Ereignisreichsten und Sehenswertesten fand. Während meines Laufs herrschte eine Bombenstimmung und ich war sehr beeindruckt, wie viele Zuschauer sich trotz des Schmuddelwetters an die Straße oder auf ihre Balkone gestellt und die Läufer angefeuert haben.   

Bei ca. Kilometer 8 habe ich Jan Knievel auf der Strecke getroffen, der mich von hinten ganz entspannt wirkend eingeholt hat und für ein kurzes Pläuschchen mit wenigen Worten neben mir her lief, bevor er dann weiter musste.  Ich habe sehr den Hut davor gezogen, dass er fast das Dreifache meiner Strecke läuft und mich dennoch mal ganz locker so "stehen" lässt. Jan hat seinen Marathon mit einer super Zeit von 3:14:43 gefinisht!

Circa bei Kilometer 10 (normalerweise kommt bei meinen Salah-Cup-Läufen jetzt gleich der Schlusssprint, wenn ich nicht bereits angekommen bin) habe ich mich sehr gefreut, Beeke zu treffen, die an der Strecke stand, um ihre laufende Schwester zu unterstützen. Sie zu sehen hat mir gleich wieder neue Motivation gegeben. Jeder einzelne Zuschauer ist eine wunderbare Unterstützung für all die Läufer! Aber ganz besonders ist es, wenn man sie auch noch kennt und sie einem zurufen.

Unsere anderen Marathonis Tanja Menke (4:27:20), Hartmut Materne (4:14:32), Friedhelm Sevecke (4:18:19) und Uwe Doerfer (3:43:20) habe ich leider nicht getroffen.

Hartmut, der seinen letzten Marathon vor sechs Jahren gelaufen ist - wenn man den privaten Marathon vor ca. 2 Wochen einmal ausnimmt, als er im Training versehentlich falsch abgebogen ist wink -, empfand  den Wind und Regen bei 10 Grad nur suboptimal. Dies hat ihn in den ersten zwei Dritteln die Energie gekostet. Unterstützung gegen seinen inneren Schweinehund hat er dann dankend von Friedhelm angenommen.

Ganz besonders stark haben sich  Steffen Rode (1:24:03) und Stefan Schaltegger (1:27:22) auf der Halbmarathon-Strecke gezeigt. Steffen hat den Gesamtplatz 42 und den 5. Platz in seiner Altersklasse und Stefan den 66. Platz in der Gesamtwertung und den 2. Platz in seiner Altersklasse belegt.

Die Bedingungen waren für die Halbmarathon-Läufer vielleicht noch etwas unangenehmer, da sie etwas über eine Stunde früher gestartet sind als das Marathonfeld und es zu diesem Zeitpunkt noch etwas kühler und regnerischer war. Beim Halbmarathon waren auch nur wenige Zuschauer am Rand. Stefan hat berichtet, dass er ab ca. Kilometer 12 fast alleine lief und meist nur einen Läufer ca. 10 bis 15 Meter vor ihm sah.

Steffen ist aus dem Triathlontraining heraus ohne Ambitionen eine Bestzeit zu laufen für seine Firma gestartet, wollte aber unter eineinhalb Stunden bleiben. "Ich bin dann recht flott angelaufen und konnte das Tempo bis zur Hälfte gut halten. Dann war es hart bei der Kälte und ich habe doch etwas die Müdigkeit vom Radtraining am Freitag gemerkt. Am Ende dachte ich, die 1:24 zu knacken, aber es haben leider 4 Sekunden gefehlt. Aber ich bin super happy. Die Probe für meine Mitteldistanz in Heilbronn in drei Wochen ist geglückt!"

Auch Stefan empfand den Wind und Regen als widrig und konnte im Ziel weder seine Hände noch die Unterarme spüren. Für ihn war es ebenfalls zu kalt. "Im Ziel habe ich geschlottert wie ein Schlosshund und die Dusche wurde auch erst warm, als ich meine Kleider schon angezogen hatte. Das war an den Jubelausrufen der dann Duschenden zu erkennen."

Ich persönlich kann bei nass-kaltem Wetter wunderbar laufen und hatte einen mega Lauf (1:11:36). Ab Kilometer 13 wurde es zwar hart, aber die Stimmung am Ballindamm hat mich dann doch ohne wirklichen Einbruch zum Staffelwechsel getragen. Da ich bisher nur Wettkämpfe um die 10 km gelaufen bin, habe ich mir zuvor eine Tempoempfehlung von Jonathan geholt. Wie wir es von ihm nicht anders kennen, ging seine Einschätzung ziemlich genau auf. Auch darüber staune ich immer wieder. Vielen Dank, Jonathan! Als unangenehm habe ich das Wetter erst nach dem Lauf empfunden. Ich habe zwar sofort am Jungfernstieg trockene Kleidung angezogen, habe allerdings nur eine durchgeregnete Jacke von meiner Freundin zurückerhalten, die sie während meines Laufs übergezogen hatte.

Ebenfalls in einer Staffel ist Marcus-Andree Schoene gelaufen (1:15:23, 15,6 km).

Insgesamt habe ich den Haspa-Marathon als eine wunderbare und gut organisierte Veranstaltung erlebt und möchte in den kommenden Jahren (auf welcher Distanz auch immer) gerne wieder dabei sein. Und das Wetter? Naja, irgendwas ist ja immer... wink

 

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