Neuigkeiten

Challenge Paguera – Mallorca 2019

Challenge Paguera – Mallorca 2019 - Ein Bericht von Frederik Moorstein

Experiment Mitteldistanz – Challenge Paguera – Mallorca 2019

Für meine erste Mitteldistanz ging es nach Paguera an der Westküste Mallorcas. Am 19.10.19 wollte ich dort 1,9 km im Mittelmeer Schwimmen, 90 km durch die leicht bergige Landschaft Mallorcas Radfahren und 21,1 km durch das Ortszentrum von Paguera Laufen.

Der Tag begann mit dem Check des Rades, welches schon in der Wechselzone übernachtet hatte, morgens um 7 Uhr. Am Rad passte alles, ich quatschte noch ein bisschen mit anderen Teilnehmern über die Bedingungen. Da es windstill war, meinte ich müssten wir ein ruhiges Meer vorfinden. Ein Satz an den ich mich später noch erinnern sollte. Nochmal kurz zurück ins Hotel, die letzten Dinge vorbereiten und dann ging es los.

Als es um ca. 8:30 Uhr zum Meer ging, gab es dann gleich den ersten Dämpfer: Am Strand waren die Wellen ca. 1m hoch, also war es wohl nichts mit einer ruhigen See. Damit war das Ziel fürs Schwimmen auf Durchkommen und möglichst wenig Salzwasser schlucken reduziert. Der Kurs führte 900m raus, dann 100m parallel zum Strand und dann 900m wieder zurück. Ich ging es also locker an und schaute mal was passiert. Nachdem ich durch die brechenden Wellen durch war, merkte ich, dass es irgendwie funktionierte. Ich fing einfach an zu kraulen und kam irgendwie vorwärts. Die Wellen wurden immer größer je weiter ich rausschwamm, am Wendepunkt gefühlt mindestens 2m groß, das war schon krass. Bis hierhin lief es erstaunlich gut, ich hatte mich nur einmal verschluckt und die Hälfte schon geschafft. Der Rückweg war etwas einfacher, da die Wellen nun von hinten kamen. Nur die Orientierung war weiterhin schwierig, da Bojen und Zielbogen immer wieder hinter Wasserbergen verschwanden. Als ich wieder am Strand war, überraschte mich der Blick auf die Uhr: Nur gut 34 Minuten, das war für mich ziemlich gut und da hatte ich angesichts der Bedingungen nicht mit gerechnet.

Der Wechsel lief gut, da waren quasi keine Unterschiede zu kürzeren Distanzen zu merken. Dann ging es ab aufs Rad und auf den ersten 15km ziemlich viel bergauf. Hier lief es von Beginn an ziemlich gut, berghoch kam ich an ein paar Leuten vorbei. Auf der technischen Abfahrt bin ich ein bisschen vorsichtiger gefahren und wurde ein paarmal überholt. Dann ging es nach 45km, zum Ende der ersten Runde, einmal durch Paguera an Freunden und Familie vorbei. Das war natürlich nochmal eine Portion extra Motivation und ich hatte auch noch genug Kraft ein bisschen Quatsch für ein Foto zu machen. Dann ab auf Runde 2. Berghoch kam ich an einem Krankenwagen vorbei, was mich nochmal erinnerte auf der Abfahrt wirklich nichts zu riskieren. Allgemein lief sehr gut bis km 78, dann ließen meine Kräfte langsam nach und ich musste gegen Krämpfe im Oberschenkel kämpfen. Das kam natürlich pünktlich zum kurzen aber knackigen Anstieg kurz vor Paguera. So war ich am Ende einfach nur froh nach 2:47 std vom Rad runterzukommen.

Auch der zweite Wechsel klappte wie am Schnürchen. Nun stand "nur noch" der Halbmarathon an, auf 4 Runden immer durchs Ortszentrum von Paguera mit vielen Zuschauern. Vor dem Halbmarathon hatte ich ein bisschen Respekt, denn in den letzten Wochen hatte ich Probleme mit der Achillessehne. Zur Beruhigung schaute ich einmal auf die Uhr, es blieb genug Zeit im Zweifel auf Plan B (den Halbmarathon zu gehen) zurückgreifen zu können und dennoch zu finishen. Doch es ging erstmal gut los, die ersten 4 km waren flott, die Krämpfe konnte ich mir rauslaufen und von der Sehne merkte ich nichts. Die Übungen von Jonathan, die Massage von einem befreundeten Physio und zwei schicke Streifen Tape hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Doch dann ging es zum ersten Mal an der Promenade durch die Mittagssonne und ab dann wurde es richtig hart. Mental, weil es noch verdammt weit war und körperlich, weil es richtig warm war und ich langsam an die Grenzen kam, entsprechend wurden die Kilometer auch langsamer. Da half nur noch Augen zu und durch, kühlen und Cola. Ich ging nur in den Verpflegungszonen, um ausreichend Kühlung und Getränke zu mir nehmen zu können. In jeder Runde lief man einmal an der Finishline und somit auch an Freunden und Familie vorbei, das war jedes Mal ein neuer Motivationsschub. Auch andere Zuschauer feuerten mich und alle anderen an, wollten hier und da ein High Five haben und schrien uns an, dass wir es schaffen würden. In der letzten Runde wurde es mental deutlich besser, körperlich musste ich aber gegen Krämpfe in quasi allen Bereichen meiner Beine kämpfen und auch die Sehne merkte ich jetzt. Da mir aber eh alles wehtat, fiel das auch nicht mehr weiter ins Gewicht. Ich sehnte das Ziel herbei.

Und dann war es endlich soweit: Ich durfte in den Zielbereich einbiegen! Auf den letzten Metern nochmal mit den Zuschauern abklatschen und dann endlich auf der Ziellinie jubeln. Geschafft und überglücklich endlich im Ziel! 5:15 std. hatte meine Premiere auf der Mitteldistanz gedauert und somit war ich eine Viertelstunde schneller, als ich mir als Ziel gesetzt hatte. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, obwohl mir jeder weitere Schritt an diesem Tag schwer fiel und ich bei der Massage im Post Race Bereich fast eingeschlafen wäre.

Zusammengefasst: Es war ein echt krasser Tag, ein hammerharter aber auch extrem geiler Wettkampf, mit super Unterstützung durch Freunde, Familie, Helfer und völlig Fremde. Und drei Tage später taten auch nur noch einige Bereiche der Beine weh. Es war zwar meine erste, aber bestimmt nicht meine letzte Mitteldistanz.

Text: Frederik Moorstein
Fotos: Katharina Moorstein, marathon-photos (erworben)

Zurück

Neuigkeiten Archiv

Der Biber twittert
Webseite online
Erstes Layout
Newsletter online